Datum: 13.05.2010 | Von: Mathias "MäC" Spiewakowsky
Zum Release seiner "Ill Street Blues EP" trafen wir Orsons-Mitglied Plan B und sprachen über Unbeschwertheit, weiße Hasen, die Fähigkeit, sich Dinge auf den Kopf zu stellen, warum er sich selber als weinenden Clown sieht und andere absurd-interessante Aspekte...
2009 stand definitiv im Zeichen von Maeckes & Plan B. Ob mit ihrem RapUp Comedy Stück Zimmer 601, dem Orsons Album oder den diversen Touren: die Jungs waren gefühlte 24 Stunden pro Tag on fire. Nachdem Maeckes nun mit seinem Album Kids ein erfolgreiches Solodebüt feiern konnte, schaut die Hiphop-Szene gespannt auf Plan B. Dieser liefert zunächst die fünf- bis sieben Track starke Ill Street Blues EP und bereitet seine Fans auf sein kommendes Album vor, das für den Herbst geplant ist.
In unserem Interview spricht Plan B über seine Unbeschwertheit, weiße Hasen, die Fähigkeit, sich Dinge auf den Kopf zu stellen, warum er sich selbst als weinenden Clown sieht und andere absurd-interessante Aspekte.
Hallo Plan B, deine EP wird Ill Street Blues heißen. Leider lag mir für dieses Interview kein Soundmaterial vor, sodass ich nur grob raten kann was wir von deiner EP erwarten dürfen. Ich verbinde mit dem Titel in erster Linie einen Song von Kool G Rap (Anm. des Autors: Kool G Rap- Ill Street Blues vom Album Live and Let Die). Wie bist du auf den Titel gekommen und was verbindest du damit?
Ich finde den Titel in erster Linie einfach schön. Also ich kenne natürlich auch das Lied von Kool G Rap aber es ist keine Anlehnung. Die EP erzählt im groben die Geschichte des Rückwegs eines angetrunkenen Gastes von einer Party. Ich habe eine Gasse vor mir gesehen und wie im Morgengrauen verschiedene Dinge passieren.
Der Titel deiner EP impliziert für mich, dass der Sound nach einer Mischung aus Rap und Blues klingen könnte?
Das Album zeigt dieses Mal eine andere Seite von mir. Es ist weniger der spaßige "ruuguuduuhhhhh" Sound den die Leute von mir gewöhnt sind. Ich habe einen Gang runter geschaltet. Ich denke die EP kann man gechillt im Auto hören. Was den Sound angeht, ist lediglich eine Nummer blueslastig: der Track Ausgesperrt. Es gibt aber auch schnellere Nummern.
In deinem Pressetext ist folgendes Zitat nachzulesen: "Auf Ill street Blues erzählt der Charlie Chaplin des Raps deswegen Geschichten von weißen Hasen, der Suche nach dem großen Glück und betrunkenen Bernhardinern. Traum und Realität verschmelzen und schaffen so eine surreale und dunkelblau gefärbte Atmosphäre."
Verbirgt sich hinter der EP ein ähnliches Konzept von einer eigenen, surrealen Welt wie bei Maeckes Album Kids? Maeckes wechselt die Perspektive und gibt auf seinem Album die Welt der Erwachsenen aus der Sicht der Kinder wieder...
Vom Prinzip ist es eine ähnliche Herangehensweise, was jetzt aber auch nicht überraschend ist, da Maeckes D und ich ja schon lange zusammen Musik machen. Es ist keine eigene Welt die ich mir schaffe oder eine bestimmte Perspektive für die ich mich entscheide, sondern ich arbeite mit dem Unterbewusstsein. Deswegen kann man weiße Hasen, Traumsequenzen und andere Dinge erleben. Ich habe die Sachen so runter geschrieben wie ich sie gesehen habe und da laufen Realität und Traum ineinander. Maeckes hat bei Kids eine gewisse Perspektive gewählt und daraus die ganze Welt karikiert. Bei meiner EP bleibt die Perspektive meine eigene, gemischt mit meinem Unterbewusstsein.
Welchen Vorteil bringt dir diese surreale Atmosphäre mit der Mischung aus Realität und Fiktion? Ist es für dich einfacher Themen mit einem gewissen Abstand durch abstrakte Bilder zu behandeln oder ist es der reine Kunstaspekt die Einfachheit zu vermeiden?
Nein, also es hat nichts mit Hemmungen zu tun. Ich empfinde einfach einen künstlerischen Anspruch beim Texte schreiben. Es ist für mich spannender mich in Bildern und Vergleichen auszudrücken also zu sagen: Das ist eine Treppe. Ich bin kein Fan von direkten Sachen. Ich finde es gut wenn ich nachdenken muss und versuche mich in den Künstler hineinzuversetzen um sein Gesagtes zu verstehen.
von Tyrol (Gast)
am 18.05.2010, 15:45 Uhr
schönes Interview. Die EP ist auch nice!