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DJ I-Cut - Endgame (Interview)

Datum: 02.12.09 | 

Von: Natalie Karlisch


DJ I-Cut arbeitete für seine Reihe "Mission Impossible" schon mit Künstlern wie Ercandize, Inspectah Deck, Jonesmann oder Azad. Hier spricht er über den neusten Mix und das DJ Game...


 

Mit 19 Jahren hast du dich dazu entschlossen, deine Ausbildung als  Bauzeichner abzubrechen, um dich voll und ganz der Musik widmen zu können. Bereust du diese Entscheidung heute?
Nein. Bereuen kann man nur etwas, das man hätte anders machen können. In meinem Fall war es Schicksal, die Umstände ließen mir keine Wahl.
Natürlich wäre es anders leichter gewesen, aber das Leben verläuft nicht immer nach Plan.

 

Wie kamst du zu dem Entschluss, deine Lehre als Bauzeichner heute im Alter von 25 Jahren wieder aufzunehmen?
Nachdem ich soundtechnisch alle meine Ideen und Träume im wahrsten Sinne des Wortes verwirklicht hatte, wollte ich wieder neue Herausforderungen annehmen. Ich war in fremden Ländern auf Tour, gab in Schulen Scratch- Unterricht und durfte erleben, wie sich ein Leben als DJ anfühlt. Als dann Endgame im Kasten war, übergab ich meinen musikalischen Werdegang wieder dem Schicksal. Es lag nicht mehr in meiner Macht etwas zu beeinflussen. Mein gesamtes Fachwissen aus zehn Jahren Erfahrung steckt in diesen 20 Minuten. So saß ich in meinem Studio und fragte mich: "Was nun?" Daraufhin hörte ich von einem Tag auf den nächsten mit dem Rauchen auf und fing stattdessen an sehr viel Sport zu treiben: Joggen, Fitness, Schwimmen, Basketball. Außerdem kaufte ich mir einen edlen Anzug und arrangierte kurzerhand ein Vorstellungsgespräch bei einem Ingenieur. Dieser ließ mich insgesamt drei Mal im Betrieb erscheinen; wahrscheinlich weil ich fünf Jahre lang weg vom Fenster gewesen war. Ich musste ihm jedoch nichts vormachen, da ich es ja wirklich ernst meinte und die Lehre unbedingt machen wollte. Davon konnte ich ihn bei den Gesprächen überzeugen, woraufhin ich schließlich einen Lehrvertrag unterzeichnen durfte.

Vor einiger Zeit hätte ich mir nicht vorstellen können gleichzeitig zu arbeiten, Fitness zu machen, Basketball zu spielen, zu lernen, den Haushalt zu schmeißen und noch etwas Zeit für meine Freundin zu finden.

Ach so, ja... Bevor ich es vergesse: Falls ich während der Ausbildung mein eigenes Interview lesen sollte, erlaubt sich mein Gewissen ein paar persönliche Notizen: "Wie, es ist streng??? Reiß dich zusammen! Du bist nun auf dich allein gestellt, Junge! Komm gar nicht erst auf die Idee, hinzuschmeißen! Dein Vater würde sich im Grab umdrehen! Solltest du deiner Mutter noch einmal Sorgen bereiten, mach ich dich platt! Außerdem schuldest du ihr noch ein Haus am Meer und die Zeit läuft nicht gerade für dich!"

 

Würdest du zustimmen, dass Jugendlichen in den meisten Rap-Songs eine unrealistische Darstellung von der Szene vermittelt wird?
Definitiv. Die meisten Rapper sind unfähig, das eigene Handeln objektiv zu sehen und mit der Denkweise ihres Umfeldes in Einklang zu bringen. Meine Erlebnisse lassen sich mit dem Begriff "Szene" kaum in Verbindung setzen. Es sind zwei verschiedene Welten. Die eine basiert nur auf Vorstellungen und die andere kennt jeder von uns. Wer behauptet, Rap sei nur Sprechgesang und habe keinerlei Einfluss auf die Jugendlichen handelt bewusst oder unbewusst verantwortungslos. Ein sich reimender Text, welcher rhythmisch auf einen Beat mit eingängigen Melodien gesprochen wird, kann sehr wohl einen Einfluss auf Jugendliche ausüben. Politiker versuchen schon lange genau das zu sagen, haben aber bislang noch nicht  die richtigen Worte gefunden, da die Musik in der Hirnforschung noch weitgehend unerforscht ist. Es soll ja auch Rap geben, der von Grund auf nicht ernst zu nehmen ist und einen einfach zum Lachen bringen soll. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Rapper, welche nur davon ausgehen, lustig zu sein. Wenn ich in einem Battle gegen Bushido bereits im vorhinein behaupten würde, mit meiner eigenen Mutter Geschlechtsverkehr
zu haben, hätte er bereits keinen Text mehr. Die Realität sieht so aus, dass die meisten Rapper Existenzängste und Zukunftsorgen haben; mit ihrem Leben zufrieden sind nur wenige... Es sei hiermit gesagt, dass Reichtum nicht zwingend Glück bedeuten muss.

 

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KOMMENTARE

von Gast

am 02.12.2009, 18:36 Uhr

Was für ein ekeliger arroganter möchtegern Intellektueller. Der Kerl hat so eine große Fresse, obwohl keine Sau auch nur einen Track von ihm kennt. Und als Dj is der Typ ein nichts, macht hier einen auf dick und brüstet sich mit irgendwelchen unspektakulären Exclusives von 2 heftigen DJ-Legenden. Eine Schande, dass deren Namen mit so einem Blender in Verbindung gebracht werden.

von bs_one (Gast)

am 03.12.2009, 20:08 Uhr

YO!!! Sehr schön endlich mal was aus der Dj Kultur zu lesen!! Bitte mehr und weiter so...

Aber der Typ haut ja nur die Burner raus. Der Spruch mit Rihanna kam schon ganz gut ;) Glaub das er vieles auch ironisch meinte

Die exclusives sind schon ganz geil aber der mix haut mich nich so irklich um von der musik her..