Datum: 26.10.2007 | Von: Nils Huber
Hätte mir '94 jemand gesagt, dass Tone 2005 sein Solodebut veröffentlichte - ich hätte die Person wohl müde belächelt. Hätte mir die gleiche Person versichert, ich führte das Interview mit ihm - ich hätte ihn lauthals ausgelacht. Nun kam es soweit. Elf Jahre nach dem ersten Konkret Finn-Release kommt "Tony Tight" mit seinem Album "umme Ecke". Anlässlich dessen traf sich der Frankfurter Hüne mit mir in einem Stuttgarter Ristorante und beantwortete mir geduldig meine Fragen bei Pasta und Salat.
Hätte mir '94 jemand gesagt, dass Tone 2005 sein Solodebut veröffentlichte - ich hätte die Person wohl müde belächelt. Hätte mir die gleiche Person versichert, ich führte das Interview mit ihm - ich hätte ihn lauthals ausgelacht. Nun kam es soweit. Elf Jahre nach dem ersten Konkret Finn-Release kommt "Tony Tight" mit seinem Album "umme Ecke". Anlässlich dessen traf sich der Frankfurter Hüne mit mir in einem Stuttgarter Ristorante und beantwortete mir geduldig meine Fragen bei Pasta und Salat.
Wirklich vermehrt öffentlich trittst Du derzeit das erste Mal auf. Zwar habe ich schon vorher vereinzelte Interviews (zum Beispiel im Prinz) gelesen, aber das waren eher "sporadische" Auftritte. Wenn ich mir die Interviews so durchgelesen habe, die mit Dir in letzter Zeit geführt wurden, liess sich immer ein ähnliches Schema erkennen - ermüdet das nicht? Vor allem, wenn man es nicht gewohnt ist, muss es doch noch um einiges anstrengender sein, die ewig gleichen, respektive ähnlichen Antworten aus dem Kehlkopf zu pressen.
Also, ich empfinde das nicht als ermüdend, sondern sehe es als Möglichkeit darüber zu reden, was mir persönlich wichtig ist. Und mein Album ist mir natürlich sehr wichtig. Das einzig ermüdende war das Autofahren auf dieser Promo-Tour, ansonsten ist das alles cool.
Vor "Zukunftsmusik" gab's in Deutschland wohl kaum ein Album, welches so lange, so immens erwartet wurde. Die Erwartungen sind hoch, die Euphorie ist ungebändigt. Spätestens seit "Auf uns ist Verlaß" kennt Dich ein grösseres Publikum und wartet auf Solo-Material. Von Dir weiss man ja, dass Du sehr perfektionistisch an die Arbeit gehst - wurde diese Selbstkritik durch diese Erwartungen von Aussen zeitweise auch mit Druck vermischt?
Nee, das gibt's bei mir grundsätzlich nicht, da ich - wie Du schon sagtest - schon sehr selbstkritisch bin. Und den angesprochenen Druck, den kann niemand toppen, weil ich ihn mir am stärksten mache. Diese Erwartungen waren für mich eigentlich immer ein positiver Faktor, der mich gepusht und gepowert hat. Dass die Leute sich nach so vielen Jahren noch immer freuen, dass da endlich was kommt, von dem Vogel der da so lange an seinem Zeug rumgearbeitet hat, immer nur hier und da mal auftauchte - das hat mich sehr motiviert. Und auch in meinem Gästebuch auf reimroboter.de, diese ganzen positiven Einträge, das ist für mich einfach nur eine Bestätigung.
Auf dem Fourtress Tour-Tape konnte man in einige Lieder des Quartetts reinhören. Nun waren zwei Tracks auf Bintias Album und zwei weitere auf Deinem Album - was ist mit den restlichen Liedern?
Auf dem Tour-Tape sind vereinzelte konkrete Fourtress-Songs dabei. Das war auch das Konzept der Tour, dass man auch gemeinsame Lieder macht und die dann auch performt und man gleichzeitig Solomaterial hat, welches jeder einzeln spielt und sich so als individuellen Künstler präsentiert. Dieses Snippet sollte den Leuten dann einfach einen Eindruck geben, was sie auf der Tour erwarten würde - so waren also auch zwei Songs meines Albums drauf. Das sind "Zu arm" und "Schick' mir 'nen Engel", mit Xavier.
Um nochmal nach zu haken: für den offiziellen Release sind die Lieder nicht bestimmt?
Eines Tages wird es ein Fourtress-Album geben und auf dem werdet ihr das ein oder andere Lied, was auch auf dem Snippet zu hören war finden.
Gab es für die "elitäre" Auswahl der Features eigentlich einen Grund? Ich meine, einerseits eben die Frankfurt-Ecke, auch mit Protagonisten die dem Publikum weniger bekannt sein dürften, andererseits Bintia und Xavier von Fourtress, die Sängerinnen Pari Samar und Sophia - viele Leute hätten sich da ganz andere Namen vorgestellt, schon alleine weil sie naheliegend gewesen wären. Wo lagen für Dich die Kriterien bei der Selektion?
Also ich muss sagen, dass ich da garnicht so konzeptionell rangegangen bin, für mich war einfach wichtig, auf gewissen Liedern die Menschen zu haben, die ich in meinen Visionen plötzlich sah. Wenn ich zum Beispiel "Versteckter Feind" vor mir liegen habe und spüre, dass ich dafür gerne Gesang hätte, dann schwebt mir da ab einem gewissen Punkt auch eine bestimmte Person vor. Und ich bin sehr froh und dankbar, dass es bei jedem Feature so geklappt hat, wie ich es mir vorgestellt habe und zwar so, dass derjenige Künstler meine Version des Liedes vollendet hat.