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Dante's Inferno (PS3)

Datum: 23.02.2010 |  Von: Marco "Corleone" Gaglio


"Lasset alle Eure Hoffnung fahren, die Ihr hier eintretet." So soll es über dem Tor der Hölle stehen zumindest nach der "Göttlichen Komödie". Ob dies auch für EA's neuestes Werk Dante's Inferno gilt, erfahrt ihr bei uns...


 

"Lasciate ogni speranze voi ch'entrate" - "Lasset alle Eure Hoffnung fahren, die Ihr hier eintretet." So soll es über dem Tor der Hölle stehen zumindest nach Dante Aligheri, dem italienischen Schriftsteller, der die "Göttliche Komödie" verfasst hat. Diese hat sich EA zum Vorbild genommen, um den Helden des Klassikers, Dante, hinab in die Hölle zu führen.

Klingt nach einem diabolischen Abenteuer und wer die Screenshots anschaut, wird sofort Parallelen zu Kratos aus der God of War-Reihe ziehen. Zurecht! Denn auch Dante's Inferno ist ein reinrassiges Actiongame, das seine Inspiration offensichtlich mehr als einmal bei dem bekannteren Griechen abgeschaut hat. Doch zuerst zur Story:

Dante muss als Kreuzritter das gelobte Land befreien und ehelicht am Vorabend seiner Abreise seine Frau Beatrice. Letzterer verspricht er natürlich treu zu bleiben, was ihm im gelobten Land nicht wirklich gelingen will. Überhaupt hat es Dante allgemein nicht so mit dem keuschen Leben und begeht quasi jede Todsünde, die die katholische Kirche so im Angebot hat. Es kommt wie es kommen muss: Dante wird ermordet und fährt in die Hölle. Doch nicht nur er, auch seine gesamte Familie muss bluten. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn zimperlich geht man bei Dante's Inferno nicht zur Sache. So erschlägt Dante zu Beginn Gevatter Tod, greift sich dessen Sense und schnetzelt sich durch die Kreise der Hölle, um seine geliebte Beatrice zu retten.

Die Todessense ist allerdings nicht Dantes einzige Waffe. Auch ein Kreuz, welches Beatrice ihm geschenkt hat, steht Ihm zur Verfügung. Mittels der Kreistaste lasst ihr Lichtkreuze aufblitzen und schießt so das Höllengetier .. ähm… wohin eigentlich? In die Hölle? Nun nicht nur - mit der Sense kann man nämlich die Gegner schnappen und anschließend entscheiden, ob diese erlöst oder bestraft werden sollen. Auf diese Weise sammelt man heilige oder unheilige Energie, die wiederum zur Charakterentwicklung eingesetzt werden kann. Letztere ist in einen göttlichen und einen höllischen Pfad geteilt und auf diese Weise lernt man neue Kombos oder erweitert seine Lebens- und/oder Manaenergie, mit der sich bis zu vier Zauber entfesseln lassen. Ebenfalls einsammeln sollte man die 33 Reliquien, die das Leben in der Hölle mit besonderen Eigenschaften erleichtern.

Sowohl die Kreise der Hölle als auch die Gegner sind allesamt wahre Ausgeburten der Hölle. Soll heißen, dass sich die Entwickler sehr viel Mühe gegeben haben, abgedrehte Charakter zu erschaffen. Von (mord-)lüsternen und barbusigen Frauen, aus deren Intimbereich Tentakeln auf Euch zuschießen bis hin zu Neugeborenen ist alles dabei was man sich jetzt nie vorzustellen vermochte. Die Gegner repräsentieren zugleich meist eine der Todsünden, so sind o.g. Damen natürlich der Lust und später die aufgedunsenen Fettsäcke die euch Vollsabbern der Maßlosigkeit zuzurechnen. Doch auch die Endgegner sind stimmig und wollen mit bestimmten Taktiken und anschließendem Quick-Time-Event von ihrem Leiden erlöst werden. Während die Action stimmt, bereiten uns die Rätseleinlagen nur bedingt Kopfzerbrechen. Zwar waren ein oder zwei Rätsel nicht sofort gelöst, aber letztendlich muss keiner vor den einfachen Rätseln Angst haben.

 

Grafisch ist Dante's Inferno eine Pracht. Die Kreise der Hölle sind optisch tadellos und im Sinne der literarischen Vorlage umgesetzt. Kameraprobleme gibt es nicht, wobei letzteres daran liegt, dass die Kameraperspektive strikt vorgegeben ist, was es einem leider nicht erlaubt, sich in der Hölle gemütlich umzusehen und auch optisch wird einem höchste Kost geboten.

Bewertung:
4 von 6

Fazit:
Viel nackte Haut, viel Gewalt und trotzdem wenig Blut. Das sind die Zutaten von Dante's Inferno. Schade nur, dass das Game so wenig eigene Ideen präsentiert. So kommen Genrefans hier zwar gänzlich auf ihre Kosten, Innovationen darf man hier aber nicht erwarten. Trotzdem - oder gerade deshalb - ist Dante's Inferno ein gelungenes Spiel das spannend und abwechslungsreich ist. Fans der Literaturvorlage und God of War-Liebhaber greifen bedenkenlos zu.


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