Datum: 26.01.2010 | Von: Marco "Corleone" Gaglio
Ein Reiter der Apokalypse aber keine Apokalypse. Da ist wohl was falsch gelaufen? Ist es auch und da man einen Reiter der Apokalypse besser nicht für dumm verkauft, gibt es kräftig auf die Ohren...
Neue unverbrauchte Helden braucht das Land. Doch an und für sich übernimmt man in Darksiders gar keinen Helden, sondern schlüpft stattdessen in die Haut von "Krieg". Krieg ist einer der vier apokalyptischen Reiter und wird auf die Erde gerufen, um dafür zu Sorgen, dass das Gute, das Böse und die Menschheit im Gleichgewicht weiterleben. Daraus wird allerdings erstmal nichts, da die Apokalypse bereits in vollem Gange ist. Erschwerend kommt hinzu, dass Krieg von einem mächtigen Dämon hereingelegt wurde und in den kommenden rund 25 Spielstunden versuchen muss seinen Namen rein zu waschen und die Erde doch irgendwie zu retten. Die Story ist extrem gelungen und sehr spannend inszeniert. Da wir an dieser Stelle nicht zu viel verraten wollen, musst Du uns schon glauben.

Darksiders ist ein reinrassiges Action-Gekloppe und Krieg selbst haut zuerst zu und fragt dann. Sein Schwert mit dem liebevollen Kosenamen "Chaosfresser" ist Dein wichtigster Begleiter, wobei im Verlaufe des Spieles auch noch eine Sense, ein Tremorhandschuh sowie eine Pistole dazu kommen. Mittels dieser Argumentationsverstärker schnitzelt sich Krieg durch schaarenweise Dämonen und Engel und versucht den Multiplikator hochzuhalten, um eine größere Zahl an Seelen abzugreifen. Letztere dienen im apokalyptischen Universum von Darksiders als Währungseinheit und lassen sich gegen Waffenupgrades und Gegenstände eintauschen.
Das Kampfsystem von Darksiders und auch das restliche Setting erinnert stark an God Of War. Zwei Angriffstasten reichen aus, um die Gegner klein zu bekommen. Hat man lange genug auf einen Gegner eingeschlagen erscheint über dessen Kopf das Kreissymbol, was andeutet, dass es Zeit für den Finishingmove wird. Letztere ist je nach Gegner unterschiedlich, aber nie besonders zimperlich. Dies ist auch der Grund, warum Darksiders mit einer 18er Wertung in den Handel kommt. Völlig zurecht wohlgemerkt, da Darksiders ordentlich Dämonenblut verspritzt. Der Kampfalltag wird zudem durch Kriegs Wut-Fähigkeiten erleichtert. Diese müssen im Spiel erst eingesammelt werden, lassen aber mal spitze Dornen aus dem Boden schnellen, seine Haut versteinern oder auch die Lebensenergie der Gegner absaugen. Neben den Kämpfen sind es aber auch die Rätsel, die Darksiders zu einem Topgame machen. Diese sind zu Beginn noch recht simpel, werden aber gegen Ende des Spieles zu teilweise harten Kopfnüssen. Von Schiebe- bis hin zu Schalterrätsel ist alles dabei. Höhepunkte sind aber zweifelsohne die Portalrätsel, die einem die grauen Zellen gehörig auf Trab bringen. Apropos auf Trab. Kriegs alter Weggefährte Ruin will auch im Laufe des Spieles eingesammelt werden. Was wäre ein apokalyptischer Reiter ohne Pferd? Ein apokalyptischer Läufer - richtig. Mittels des Pferdes lässt sich weitaus schneller durch die großen Areale reiten. Mittels der richtigen Ausrüstungsgegenstände und Ruin lassen sich allerlei hilfreiche Gegenstände sowie eine besondere Rüstung in den insgesamt fünf Dungeons finden.

Es zeigen quasi schon anderthalb Daumen nach oben. Doch wie siehts mit der Technik aus? Während man bei den ersten Screenshots noch an World of Warcraft denkt. Doch die Umgebung ist bewusst so trist gehalten. Dadurch stechen die Gegner förmlich hervor. Die Comicoptik geht ebenfalls auf. Neben der Grafik geht es auch soundtechnisch rund und die deutsche Sprachausgabe ist mehr als gelungen (wobei die englische noch einen Tick besser ist). Dank einer per Tastendruck feststellbaren Kamera überblickt man das Geschehen auch bei größerem Gegneraufkommen, so dass an Darksiders "leider" gar nichts zu meckern ist.
Bewertung
5,5 von 6
Fazit:
Wow - Darksiders geht ab die wie Luzy. Die Story zieht einen von Beginn an in seinen Bann und man erwischt sich immer wieder dabei, wie man sich sagt "Diese Mission mach ich noch, dann ist Schluss für heute". Wer auf God of War steht, sollte sich Darksiders definitiv auf den Einkaufszettel schreiben und wird es nicht bereuen.